Bundespreis Ökologischer Landbau 2020 für Naturland Betrieb


Der Naturland Betrieb Schloss Gut Obbach in Euerbach-Obbach bei Schweinfurt ist Gewinner des diesjährigen Bundespreises Ökologischer Landbau. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner überreichte dem Betriebsleiterpaar Petra Sandjohann und Bernhard Schreyer die Auszeichnung auf der Grünen Woche in Berlin. Insgesamt wurden drei Preise vergeben; Schlossgut Obbach gewann in der Kategorie „Erzeugung und Verarbeitung sowie Vermarktung“.

Naturland Präsidiums-Mitglied Peter Warlich gratulierte dem Betriebsleiterpaar auf der Veranstaltung und stellte anerkennend fest: „Petra Sandjohann und Bernhard Schreyer zeigen auf beeindruckende Weise, dass die Vermarktung hofeigener Produkte innerhalb einer regionalen Wertschöpfungskette ein großer Erfolg werden kann.“ Die Konsequenz und Professionalität, mit der das Betriebsleiterpaar die Vermarktung ihrer Produkte in der Region vorantreibt, überzeugte die Jury von seiner Preiswürdigkeit. Bei allen Wertschöpfungsketten, die sich im Laufe der Jahre aufgebaut haben, sind Bernhard Schreyer und Petra Sandjohann aktiv auf die Lebensmittel verarbeitenden Handwerksbetriebe im Umland zugegangen, um neue hofeigene authentische Öko-Lebensmittel unter ihrem eigenen Logo zu entwickeln.

„Der Bundespreis ist für uns Anerkennung und Motivation in Einem. Wir werden uns weiterhin für die erfolgreiche Vermarktung hochwertiger Öko-Produkte in der Region bemühen,“ sagte Naturland Bäuerin Petra Sandjohann anlässlich der Siegerehrung in Berlin. Dabei steht laut Sandjohann ein fairer und partnerschaftlicher Umgang mit Lieferanten, Verarbeitern und Kunde im Fokus des Öko-Betriebs.

Der Naturland Betrieb Schloss Gut Obbach im unterfränkischen Euerbach ist im Besitz der Familie Schäfer. Er wird seit 1998 vom Ehepaar Bernhard Schreyer und Petra Sandjohann verwaltet, die den Betrieb auch direkt auf die ökologische Wirtschaftsweise nach Naturland Richtlinien umstellten. Seit 2007 ist das Gut zudem Mitglied im bundesweiten Netzwerk der Demonstrationsbetriebe Ökologischer Landbau und seit 2017 im BioRegio Betriebsnetz Bayern aktiv. Auf 272 Hektar Ackerflächen werden neben verschiedenen Getreidearten und Kleegras vor allem Sonnenblumen, Linsen, Erbsen und Kartoffeln angebaut. Zudem gibt es eine drei Hektar große Obstanlage mit über 80 Apfelsorten, Birnen, Aprikosen und weiteren Obstsorten. Als Dienstleister bietet das Gut anderen Öko-Betrieben die Aufbereitung und Lagerung von Saatgut, Leguminosen, Konsumgetreide sowie Schälsonnenblumen in ihrer hochmodernen Trocknungs- und Reinigungsanlage an.

Dem Betriebsleiterehepaar war und ist es wichtig, die hofeigenen Erzeugnisse nicht anonym zu verkaufen, sondern aktiv nach Wegen zu suchen, die Lebensmittel im Betriebsumfeld zu vermarkten. Dabei wird stets auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe Wert gelegt. In vielen Gesprächen konnten z. B. lokale Brauer, Müller, Bäcker, Imker und Obstverarbeiter langfristig für die Verarbeitung und die gemeinsame Vermarktung ihrer Erzeugnisse gewonnen werden. Weitere Partner und Abnehmer sind regionale Lebensmittel-Einzelhändler, Naturkostläden, Gastronomen und Kindergärten. Alle Hof-Produkte werden mit dem Logo des Schloss Gut Obbach vermarktet, das die Kunden seit langem mit hochwertigen, regional erzeugten Öko-Lebensmitteln verbinden.

Mit dem Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau zeichnet das Bundesminiserium für Ernährung und Landwirtschaft seit 2001 jeweils drei praxisbewährte innovative Leistungen oder besonders nachhaltige gesamtbetriebliche Konzeptionen im ökologischen Landbau aus. Der Bundeswettbewerb wird organisiert und ausgerichtet von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).