Bayerischer Tierschutzpreis geht an Naturland Betrieb Mayr aus Riegsee

Der Naturland Betrieb von Familie Mayr aus Riegsee im Landkreis Garmisch-Partenkirchen erhält den diesjährigen Tierschutzpreis der Bayerischen Staatsregierung. Der Öko-Betrieb wird damit für seine besonderen Verdienste um den Tierschutz in der Nutztierhaltung geehrt.
Vor sieben Jahren stellte Georg Mayr zusammen mit seiner Familie den Betrieb von konventioneller Milchviehhaltung auf ökologische Ochsenmast nach Naturland Richtlinien um. Die Beweggründe für die Umstellung erklärt Mayr so: „Konventionelle Mast war für mich einfach keine Option. Nachdem ich erkannt hatte, dass das System Milch für mich keine Perspektive bietet, war ich auf der Suche nach ökologischen Alternativen.“ Die Umstellung auf Öko-Ochsenmast sei für ihn genau der richtige Weg hin zu einem zukunftsgerichteten Betrieb gewesen.

Da viele Öko-Milchviehbetriebe in seiner Nachbarschaft nicht wussten, wohin mit ihren männlichen Kälbern, keimte in Georg Mayr eine Idee. Er beschloss 2012, die männlichen Milchkälber zu kaufen, sie mit Ammen auf der Weide aufzuziehen und sie als Bio-Ochsen an die regionale Gastronomie zu vermarkten. Eine Win-Win-Situation für Tier und Mensch, denn Kälber und Ochsen haben keine langen Transportwege und Mayr zahlt den Milchviehbetrieben einen Preis weit über den sonst üblichen Kälberpreisen. Neben Fleckvieh-Kälbern ziehen Mayrs auch Murnau-Werdenfelser auf, eine vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse.
Um die Vermarktung der Tiere an die Gastronomie anzukurbeln, entwickelte Georg Mayr eine eigene regionale Marke. „Mir war wichtig, die Produkte unter meiner neu geschaffenen Eigenmarke „Riegseer Weideochs“ zu vermarkten“, erinnert sich Mayr. „Damit entsteht eine hohe Identifikation mit der Region, meinem Betrieb und meinen Tieren. Dieser Mehrwert spielt bei der Vermarktung an die Gastronomie eine wichtige Rolle.“

Als einziger Landwirt wurde Georg Mayr zusammen mit vier weiteren Preisträgerinnen und Preisträgern nun mit dem Bayerischen Tierschutzpreis ausgezeichnet. Der mit insgesamt 12.000 Euro dotierte Preis wird jährlich vom Bayerischen Umweltministerium an Organisationen und Einzelpersonen verliehen, die sich in herausragender Weise um den Tierschutz verdient machen. Umweltminister Thorsten Glauber konnte die Preisträger*innen in diesem Jahr leider nicht persönlich empfangen, lobt aber das außerordentliche Engagement jedes Einzelnen: „Der Einsatz für den Tierschutz hat in Bayern viele Facetten. Unsere diesjährigen Preisträger zeigen die große Bandbreite täglich gelebten Engagements für Tiere: von der Pflege verletzter heimischer Wildtiere, Greifvögel oder von als Haustieren gehaltenen Reptilien, über die Versorgung ehemaliger Hobby- und Sportpferde, bis hin zur verantwortungsvollen landwirtschaftlichen Nutztierhaltung. Alle Preisträger sind ein Vorbild für den Tierschutz in Bayern. Der Bayerische Tierschutzpreis ist eine besondere Ehrung und das Dankeschön des Freistaats für gelebtes Verantwortungsgefühl und herausragenden Einsatz im Tierschutz.“